Diabetes mellitus
Das Wort Diabetes mellitus entstammt dem griechischen „Durchfluss“ und lateinischen „Honigsüß“! Das heißt, bereits unsere Vorfahren kannten die Zuckerkrankheit. Sie kannten aber noch nicht das entscheidende Hormon, Insulin, das wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt.
Primär handelt es sich um eine Störung des Zuckerstoffwechsels mit erhöhten Zuckerwerten im Blut, weil das entscheidende Hormon, Insulin, nicht in ausreichender Menge vorhanden ist. Insulin bringt den Zucker (= Glukose) als Energieträger in die arbeitenden Zellen. Man unterscheidet einen eher seltenen Typ 1 Diabetes von einem doch viel häufigeren Typ 2 Diabetes. Im ersten Fall beginnt die Erkrankung meist im Kindes- und Jugendalter und ist am ehesten die Folge einer entzündungsbedingten Zerstörung der Insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Im zweiten Fall handelt es sich um den so genannten Alterszucker, der am Anfang zumindest sogar zu viel Insulin bildet. Dieses kann aber aufgrund von zu wenigen und unempfindlichen Rezeptoren nicht wirken, also bekommt die Zelle keinen Zucker und „das Benzin geht aus“! Leider ist heutzutage Alterszucker keine Frage des Alters mehr, vielmehr des Gewichts. Meist sind Typ 2 Diabetiker auch übergewichtig, so dass auch bereits Kinder und Jugendliche mit Übergewicht einen Alterszucker oder zumindest entsprechende Vorstufen entwickeln können.
Warum bekommt man einen Alterszucker?
Die genaue Ursache für die Entwicklung eines Typ 2 Diabetes ist nicht bekannt. Meist besteht eine familiäre Veranlagung, insbesondere aber der so genannte Lebensstil spielt eine entscheidende Rolle: dazu zählen wie bereits gesagt Übergewicht, aber auch zu vieles, fettiges, ballaststoffarmes Essen und Bewegungsmangel.
Diagnose Diabetes – was nun?
Hier unterscheiden wir wieder den Typ 1 Diabetiker vom Typ 2 Diabetiker.
- Typ 1 Diabetiker
Da die Bauchspeicheldrüse kaum noch Insulin produziert, ist eine Therapie mit Insulin lebensnotwendig! Diese kann heute einfach ins Unterhautfettgewebe gespritzt werden. Die modernen Therapieformen ermöglichen jedem insulinpflichtigen Diabetiker ein nahezu normales Leben!
- Typ 2 Diabetiker
Insbesondere beim Alterszucker zeigt sich ein enger Zusammenhang mit dem Lebensstil bzw. Übergewicht. Viele Menschen hätten keinen Diabetes mehr, wenn sie ihr Gewicht bereits um wenige Kilos reduzieren würden! Allgemeinmaßnahmen haben daher einen ganz hohen Stellenwert.
Da die Bauchspeicheldrüse genug, sogar zuviel Insulin produziert, ist eine Therapie mit Insulin zu Beginn nicht zwingend notwendig. Vielmehr werden Medikamente eingesetzt, die die Zellen wieder empfindlicher gegenüber Insulin machen sollen, z.B. Metformin, oder die Bauchspeicheldrüse doch zu noch einer höheren Produktion anregen soll, z.B. Glibenclamid.
Ganz entscheiden sind aber die so genannten Allgemeinmaßnahmen:
- ausgewogene und angepasste, ballaststoffreiche Ernährung mit 50 bis 60% Kohlenhydraten, 10 bis 20% Eiweiß und maximal 30% Fett
- Alkohol in Maßen (maximal 20 g für Männer und 10 g für Frauen)
- Gewichtsreduktion
- Moderate körperliche Aktivität, z.B. drei bis viermal pro Woche stramm spazieren gehen oder walken, sowie erhöhte Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen etc.
Im Rahmen des Diabetes aktiv Programms werden entsprechende Bewegungsprogramme entwickelt und wissenschaftlich ausgewertet.