AD(H)S und Sport
In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Unikliniken Köln wird für Kinder mit einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (mit oder ohne Hyperaktivität) an der Sporthochschule Köln ein begleitendes sporttherapeutisches Programm angeboten.
Was ist ein ADS/ADHS?
Die Abkürzung AD(H)S steht für Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (mit oder ohne Hyperaktivität). Betroffene Kinder haben Schwierigkeiten, aufmerksam zu sein und sich auf bestimmte Dinge zu konzentrieren. Im Volksmund werden diese Kinder häufig auch als Träumerchen (ADS) oder „Zappelphilipp“ (ADHS = ADS mit Hyperaktivität) bezeichnet. Auf Kinder mit ADS strömen im Alltag meist viele Reize ein, die sie nicht selektieren können: Sie fühlen sich wie auf einem „geschäftigen Bahnhof“. Es handelt sich dabei um eine angeborene Hirnstoffwechselstörung und nicht – wie fälschlicherweise oft angenommen – um Fehler in der Erziehung.
Die Integration in Gruppen fällt diesen Kindern oft schwer, da sie durch ihr Sozialverhalten mitunter unangenehm auffallen. Unter strukturierten Rahmenbedingungen kann Sport einen Beitrag dazu leisten, dass Kinder und Jugendliche Regeln im Spiel sowie im Umgang miteinander akzeptieren und situationsangepasst umzusetzen lernen. Das gemeinsame Erleben von Sport, Spiel und Spaß dient neben der motorischen Förderung vor allem auch dazu, dass gruppendynamische Prozesse angeregt werden. Da sich insbesondere diese Kinder gerne bewegen, kann man diesen positiven Effekt gut nutzen, um Integration in Gruppen und Regelverhalten zu verbessern.
Das Sportprogramm
Zurzeit bestehen zwei Sportgruppen, die sich unter fachlicher Anleitung zweimal wöchentlich á 60 Minuten an der Sporthochschule treffen. In der „jüngeren Gruppe“ sind die Kinder zwischen 8-12 Jahre alt, die „ältere Gruppe“ richtet sich an Jugendliche im Alter von 13-15 Jahren. Die Gruppengröße ist mit etwa 5-7 Kindern überschaubar, um auf jedes Kind angemessen eingehen zu können.
Ziele:
- Grenzen erfahren und akzeptieren lernen
- Förderung eines sozialen Umgangs miteinander
- Verbesserung der Selbststeuerung, Eigen- und Fremdwahrnehmung
- Stärkung der Persönlichkeit und der sozialen Kompetenz
- Spaß und Freude an Bewegung vermitteln
- Förderung der motorischen Leistungsfähigkeit; insbesondere der Koordination und Feinmotorik
Die Sporttherapeuten unterstützen die Kinder im Umgang mit Konfliktsituationen und versuchen dabei, Hilfestellungen beim Entwickeln neuer Handlungsmöglichkeiten zu geben. Nach jeder Stunde bekommen die Kinder und Jugendlichen ein Gruppenfeedback und eine Rückmeldung über ihr Verhalten, um zu sehen, was sich bereits verbessert hat oder an welchen Stellen sie weiter arbeiten können.
Um die Einbindung der Eltern zu gewährleisten, wird eine monatliche Eltern-Sprechstunde seitens der Sporthochschule angeboten. Die Eltern haben die Möglichkeit, ein Feedback über die Entwicklung ihres Kindes im Verlauf der Sporttherapie zu bekommen.
Langfristiges Ziel: Eingliederung in normale Sportgruppen